Heute schauen wir uns ein Supplement namens HICA (Leucinsäure) an, das eigentlich ein Metabolit der Aminosäure Leucin ist
Fast allen ist bekannt, dass die Leucin, eine der 3 verzweigtkettigen Aminosäuren, eine starke stimulierende Wirkung auf die Muskelproteinsynthese hat. Das ist super wichtig, wenn es um Trainingsanpassungen geht, und deshalb können Sportler von der Einnahme profitieren.
Bedeutung von Leucin
Wir können es aus Proteinquellen mit hohem biologischen Wert beziehen, wobei das wohl beste Beispiel aufgrund seiner hohen Verdaulichkeit und seines Leucingehalt die Molkenprotein oder Whey ist.
Ebenso deuten zahlreiche Studien darauf hin, dass nicht nur Leucin als Muskelaufbau-Booster wirkt oder hilft, Muskeln in Phasen mit höherem Verschleiß (Kaloriendefizit, hohes Trainingsvolumen oder sogar Krankheit) zu erhalten, sondern dass einige seiner Metaboliten einen ähnlichen oder sogar stärkeren Effekt haben können.

Was ist HICA (DL-α-Hydroxy-Isocapronsäure oder Alpha-Hydroxy-Isocapronsäure)?
HICA (auch bekannt als Leucinsäure) ist ein weiterer Leucin-Metabolit, der laut einigen Studien eine antikatabole und anabole Wirkung haben könnte, also:
Muskelverlust verhindern und die Proteinsynthese verbessern

Dieser Stoff wird hauptsächlich im Muskel und Bindegewebe nach vollständigem metabolischem Abbau von Leucin gebildet
Studie zur Leucinsäure HICA
Das Hauptproblem bei dieser Substanz ist die geringe verfügbare Literatur, denn es gibt nur eine veröffentlichte Studie, in der HICA als Nahrungsergänzung beim Menschen angewendet wurde (Mero et al., 2010).
Methodik und Studiendesign
Es wurde ein doppelblinder, randomisierter, placebokontrollierter Versuch durchgeführt, bei dem die 15 Probanden in 2 Gruppen aufgeteilt wurden, die entweder HICA oder Maltodextrin (Placebo) einnahmen.
Studie mit Fußballspielern und Einnahme von HICA (Alpha-Hydroxy-Isocapronsäure)
Die Interventionsgruppe nahm 583 mg Natriumsalz von HICA (500 mg HICA) zusammen mit Saft oder Wasser ein, während die Kontrollgruppe 650 mg Maltodextrin ebenfalls mit Wasser oder Saft konsumierte. Die Supplements wurden 3-mal täglich eingenommen, was eine Gesamtdosis von 1500 mg HICA pro Tag in der Versuchsgruppe ergab.
Training und Ernährung
Die Probanden absolvierten zwischen 5 und 7 Trainingseinheiten pro Woche, davon 3-4 Fußball- und 1-2 Krafttrainingseinheiten (Maximalkraft und Power). Die Ernährung wurde nicht kontrolliert, sondern nur dokumentiert. So konnte ein durchschnittlicher Proteinkonsum von 1,6 bis 1,7 g/kg Körpergewicht pro Tag geschätzt werden.
Messungen: Es wurden Blutparameter, Körperzusammensetzung und Leistung vor und nach den 4 Wochen Intervention erfasst.
Ergebnisse

Laut den Studienautoren gewann die Versuchsgruppe insgesamt 400 g fettfreie Masse in den unteren Extremitäten, während die Placebogruppe diese fettfreie Masse um 150 g verlor (Grafiken A und B).
Das führte zu einem signifikanten Anstieg der fettfreien Körpermasse in der Supplementgruppe im Vergleich zum Placebo (Grafik C).

Trotz dieser Verbesserungen in der Körperzusammensetzung gab es keine Leistungssteigerungen, allerdings schienen die DOMS-Symptome in der HICA-Gruppe geringer zu sein.
Diskussion und Fazit
Aufgrund dieser Ergebnisse könnte man denken, dass HICA ein effektives Supplement zur Förderung des Muskelaufbaus ist. Allerdings gibt es ernsthafte Einschränkungen, um das mit Sicherheit zu sagen.
Erstens, wie im ersten Abschnitt erwähnt, ist die wissenschaftliche Literatur zu seiner Wirksamkeit sehr begrenzt, denn abgesehen von der hier beschriebenen Studie gibt es nur eine weitere vom selben Autor, die aber nicht veröffentlicht wurde.
In dieser Studie konnte HICA nur den DOMS verbessern bei einer Gruppe von Kämpfern. Die Mechanismen dahinter sind noch unbekannt.
Wenn wir uns auf die vorliegende Studie konzentrieren, war auch das Trainingsprotokoll nicht optimal, um Muskelzuwächse zu beobachten, da die Probanden im Schnitt nur 4 Krafttrainingseinheiten während der 28 Tage Intervention absolvierten.
Außerdem ist ein Zeitraum von 28 Tagen zu kurz, um langfristige Ergebnisse zu übertragen, daher sind weitere Studien nötig.
Ein weiterer Punkt ist, dass in der Studie zwischen fettfreier und Fettmasse unterschieden wurde, aber nicht klar ist, welcher Anteil der fettfreien Masse hauptsächlich für den Zuwachs verantwortlich war. Das heißt, die Gewichtszunahme könnte auf mehr Glykogen, Muskelgewebe oder sogar Flüssigkeiten zurückzuführen sein.
Neuere Studien
Tatsächlich zeigte eine aktuelle Studie (Naviaux et al., 2016), in der eine metabolomische Analyse bei Patienten mit Chronic Fatigue Syndrome (CFS) durchgeführt wurde und die mit gesunden Personen verglichen wurde, dass die HICA-Werte bei den Erkrankten reduziert waren.
Ob die Supplementierung mit diesem Metaboliten die Symptome dieser Erkrankung verbessern kann, sollte in zukünftigen Studien untersucht werden.

Wie nimmt man Leucinsäure HICA ein?
Wenn du dich für die Einnahme entscheidest, kannst du die in bisherigen Studien verwendeten Dosen nehmen, also 1500 mg aufgeteilt in 3 Portionen zu je 500 mg, da diese Menge als sicher für Menschen gilt.
Fazit
Quellen
- Ojala et al., α-hydroxy-isocaproic acid (HICA). Effects on Body Composition, Muscle Soreness and Athletic Performance. Nutrition and Enhanced Sports Performance. Muscle building, Endurance and Strength.
- Mero et al., 2010. Effects of alfa-hydroxy-isocaproic acid on body composition, DOMS and performance in athletes.
- Naviaux et al., 2016. Metaboic features of Chronic Fatigue Syndrome.
- Leucic Acid
- HICA, The next big thing?
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