9 häufig gestellte Fragen zu Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten

9 häufig gestellte Fragen zu Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten

Bei möglichen Fragen zu den Zusammenhängen zwischen Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten haben wir uns entschlossen, diesen Beitrag mit den häufigsten Fragen aus den Kommentaren unseres Blogs zu erstellen. Passt gut auf, denn damit wollen wir Mythen aufklären und aus dem Weg räumen. 

1. Können Kohlenhydrate Glukose bilden?

Die Antwort ist ja.

Kohlenhydrate, wie der Name schon sagt, sind Verbindungen, die Kohlenstoff und Wasser in ihrer Struktur enthalten, daher entsprechen sie der chemischen Formel (CH2O)n. Die wichtigste ist Glukose, die 6 Kohlenstoffe, 12 Wasserstoffe und 6 Sauerstoffe hat (n=6). Glykogen ist ein Polymer der Glukose, also Glykogen = (Glukose)n = (C6H12O6)n.

Glykogen, die Speicherform der Kohlenhydrate in unserem Körper, kann in „n“ Glukosemoleküle aufgespalten werden.

2. Können Fette Glukose bilden?

Fettsäuren nicht, aber Glycerin schon.

  • Glukose = C6H12O6
  • Fettsäuren: CH3 – (CH2)n – COOH → Wie ihr seht, haben Fettsäuren keine ähnliche Struktur wie Glukose, daher können sie nicht direkt in Glukose umgewandelt werden.
  • GLYCERIN = (C3H8O3) → Obwohl es komplexer ist, als hier dargestellt, ist es ein Molekül, das von einer Fettsäure abgeleitet ist. Das ermöglicht ihm, eine Struktur zu haben, die der Glukose ähnlicher ist, was es erleichtert, sich mit anderen Molekülen zu verbinden und Glukose zu bilden.

IMAGEN 1 19º post

3. Können Proteine Glukose bilden?

Nur glucogene Aminosäuren.

Das sind jene, die aerob oxidiert werden können, um Energie zu gewinnen. Dazu gehören: Serin, Alanin, Glycin, Valin, Methionin, Cystein, Prolin, Aspartat, Glycin, Asparagin, Glutamin, Arginin und Histidin.

Außerdem gibt es andere, die zwar nicht rein glucogen sind, aber als Energiequelle genutzt werden können. Diese nennt man „glucoketogen“: Isoleucin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Hydroxyprolin und Tyrosin.

Diese Aminosäuren werden abgebaut, um Energie zu gewinnen, wenn die Belastung beim Training zu hoch ist, während Fastenperioden oder wenn die Glykogen- und Fettreserven niedrig sind.

4. Können Kohlenhydrate Aminosäuren bilden?

Ja, wenn eine Stickstoffgruppe und nicht-essenzielle Aminosäuren an das Kohlenstoffgerüst angehängt werden.

Das passiert nicht oft, da es keine spontanen chemischen Reaktionen sind (die natürlich in der Natur ablaufen). Wenn im Körper jedoch ein positiver Stickstoffhaushalt herrscht und die Bedingungen stimmen, könnte das passieren.

Wahrscheinlich bei Sportlern, die Muskelmasse aufbauen wollen, ohne Fett zuzulegen. Dafür müssen Training und Kalorienzufuhr im richtigen Verhältnis stehen.

5. Können Fette Aminosäuren bilden? (Muskelaufbau?)

Die Antwort ist nein

  • Fettsäuren: CH3 – (CH2)n – COOH
  • AMINOSÄUREN: NH2 – CHRad – COOH → Wie man sieht, enthalten Aminosäuren Stickstoff (N), Fettsäuren aber nicht, daher können sie diese Verbindungen nicht natürlich bilden (obwohl es künstlich möglich wäre, wie im vorherigen Fall).

IMAGEN 3 19º post

6. Können Proteine Aminosäuren bilden?

Die Antwort ist ja

Proteine bestehen aus kleinen Molekülen, den Aminosäuren (aa’s), die über Peptidbindungen miteinander verbunden sind. Die Verbindung dieser Aminosäuren bildet Peptide.

    • Wenn weniger als zehn Aminosäuren verbunden sind, nennt man das Oligopeptid.
    • Wenn mehr als 50 Aminosäuren verbunden sind (wobei sich Aminosäuren wiederholen können, da es nur 22 gibt), spricht man von Proteinen.

    7. Können Kohlenhydrate Fette bilden?

    Die Antwort ist ja

    Überschüssige Glukose, die über den Kalorienbedarf hinaus aufgenommen wird, wird in Fettsäuren umgewandelt, und diese in Triglyzeride, die im Fettgewebe gespeichert werden. Deshalb geht man allgemein davon aus, dass beim Muskelaufbau mit einer hyperkalorischen, kohlenhydratbetonten Ernährung die Zunahme der Muskelmasse oft mit einem kleinen Anstieg des Körperfettanteils einhergeht.

    8. Können Fette Fettgewebe bilden?

    Ja

    Quantitativ ist die größte Energiespeicherung in Form von Fett. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Triglyzeride, Phospholipide und Cholesterin am wichtigsten.

    Wenn der Energiebedarf der Muskeln in Ruhe hoch ist (hoher Stoffwechsel), wird ein großer Teil der aufgenommenen Fette und des Fettgewebes zur Deckung dieses Energiebedarfs genutzt. Wenn das nicht der Fall ist (langsamer Stoffwechsel), lagern sich die aufgenommenen Fette als Fettgewebe als Energiespeicher an.

    9. Können Proteine Fett bilden?

    Ja, ketogene Aminosäuren.

    Wenn ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Lipiden besteht, bildet die Leber „Ketonkörper“ aus dem Abbau von Fettsäuren. Die Synthese erfolgt als Reaktion auf niedrige Blutzuckerwerte und nach Erschöpfung der zellulären Glykogenspeicher.

    In dieser Situation können Aminosäuren genutzt werden, um freie Fettsäuren zu gewinnen, die sofort oxidiert werden. Neben den reinen Ketogenen (Lysin und Leucin) haben auch die glucoketogenen Aminosäuren diese Fähigkeit (Isoleucin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Hydroxyprolin und Tyrosin).

    WICHTIG!!

    Das bedeutet nicht, dass Muskelmasse in Fettgewebe umgewandelt oder gespeichert wird, wenn sie nicht genutzt wird (ein typischer Mythos). Es bedeutet, dass Proteine abgebaut werden können, um freie Fettsäuren im Blut zu gewinnen und so Energie bereitzustellen.

    Ein Proteinüberschuss in der Ernährung führt dazu. Wenn mehr als 2-2,5 g Protein/kg Körpergewicht aufgenommen werden, werden diese zusätzlichen Gramm „verschwendet“. Statt „Muskel aufzubauen“ gewinnen wir Energie. Also… warum nicht die gleichen Kalorien aus Kohlenhydraten holen und das Protein für längere Zeit reservieren?

    IMAGEN 4 19º post

    Quellen

    Content Protection by DMCA.com
    Über Melanie Ramos
    Melanie Ramos
    Im Blog von HSN vermittelt Melanie Ramos das neueste Wissen und die neuesten Inhalte, die allen Lesern zur Verfügung stehen, die sich weiterbilden möchten.
    Check Also
    Glykämischer Index von Lebensmitteln ist nicht nützlich
    Glykämischer Index von Lebensmitteln ist nicht nützlich

    Viele Sportler, vor allem im Fitnessbereich, achten sehr auf ihre Ernährung und legen großen Wert …

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    Haftungsausschluss
    Dieser Blog ist nicht dazu gedacht, eine medizinische Beratung, Behandlung oder Diagnose anzubieten. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen an Ihren Arzt und/oder medizinisches Fachpersonal. Die Artikel in diesem Blog sind rein informativ und erheben nicht den Anspruch oder die Absicht, eine medizinische Diagnose oder Behandlung zu ersetzen. Alle Artikel in diesem Blog werden von den Autoren auf der Grundlage ihrer Überzeugungen verfasst, HSN ist zu keiner Weise verantwortlich für die Themen, über die sie schreiben, deren Inhalt und/oder die gemachten Aussagen.
    Gesundheitsregistrierungsnummer: 26.11001/GR
    Gesundheitsregistrierungsnummer: 40.048706/GR
    Gesundheitsregistrierungsnummer: 26.017818/O