Adaptogene Pflanzen sind dafür bekannt, die Widerstandskraft deines Körpers gegenüber körperlichem und emotionalem Stress zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
Was sind adaptogene Pflanzen?
Kurz gesagt: Adaptogene helfen deinem Körper dabei, seine Energieprozesse ins Gleichgewicht zu bringen. Sie unterstützen dich in stressigen Situationen, die sonst dein inneres Gleichgewicht aus der Bahn werfen könnten. Im Gegensatz zu aufputschenden Stoffen wie Koffein, Guaraná oder Ephedrin wirken Adaptogene nicht stimulierend. Stattdessen helfen sie dir auf natürliche Weise, deine innere Balance wiederzufinden.

Das bedeutet, dass sich adaptogene Pflanzen dem Körper anpassen und ihn in einen ausgeglicheneren Zustand bringen

Vorteile adaptogener Pflanzen
Diese pflanzlichen Extrakte bringen eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen mit sich, darunter:
- Stärkung des Immunsystems
- Unterstützung bei einem gesunden und stabilen Körpergewicht
- Mehr körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
- Besseres seelisches Gleichgewicht und eine positivere Grundstimmung
- Bessere Bewältigung von dauerhaftem Stress
- Linderung von Angstzuständen, die in depressive Verstimmungen übergehen können

Adaptogene Pflanzen passen sich den Bedürfnissen des Körpers an und wirken jeweils so, wie es nötig ist, um das innere Gleichgewicht zu unterstützen.
Adaptogene Pflanzen und Cortisol
Cortisol ist ein Hormon, das bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird. Das ist zunächst völlig normal. Problematisch wird es, wenn der Cortisolspiegel über längere Zeit hinweg zu hoch bleibt. Dann kann das Gleichgewicht im Körper aus der Balance geraten und unter anderem die Nebennieren belasten. Die Folgen von chronischem Stress können Reizbarkeit, Unruhe, Erschöpfung, körperliche Beschwerden oder auch Gewichtszunahme sein.

Adaptogene Pflanzen unterstützen den Körper dabei, den Cortisolspiegel auszugleichen und die negativen Auswirkungen von Stress zu verringern
Wie wirken adaptogene Pflanzen?
Stressreaktion
Kurzfristiger Stress ist nicht grundsätzlich schädlich. Im Gegenteil, er ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um mit einer Gefahr oder Herausforderung umzugehen. Dabei werden verschiedene hormonelle und physiologische Prozesse in Gang gesetzt, die den Körper in einen Alarmzustand versetzen und ihm helfen, die Situation zu meistern.

„Gesunder Stress“ entsteht durch kurze Aktivitätsphasen, auf die eine Rückkehr zur Ruhe folgt. Problematisch wird es, wenn dieser Zustand häufig auftritt und über längere Zeit anhält.
Moderner Stress
Für unsere Vorfahren bedeutete Stress, lebend aus einer Begegnung mit einem Raubtier herauszukommen. Heute sehen unsere „Raubtiere“ ganz anders aus. Statt zu fliehen oder zu kämpfen, sitzen wir bis spät in die Nacht am Schreibtisch, versuchen Rechnungen zu bezahlen, erledigen Alltagsaufgaben, tragen Verantwortung, machen Pläne für die Zukunft – und versuchen dabei gleichzeitig, im Moment zu leben.

All diese Umstände zusammen führen zu einer dauerhaften Aktivierung des Nebennierensystems. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit, die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden aus. Oft bleibt dabei ein ständiges Gefühl von Erschöpfung zurück.
Adaptogene Pflanzen gegen Stress
Die Hauptaufgabe pflanzlicher Extrakte besteht darin, die Stressreaktion des Körpers positiv zu beeinflussen. Ihr Wirkprinzip zielt darauf ab, dem Körper einen ausgeglichenen Hormonhaushalt zurückzugeben, die innere Balance zu stabilisieren und Kontrolle sowie Ruhe wiederherzustellen, die bei chronischem Stress leicht verloren gehen. Wenn wir von Stress sprechen, meinen wir sowohl psychische oder mentale Belastung als auch körperlichen Stress.

Adaptogene Pflanzen wirken ähnlich wie ein Thermostat. Sie helfen dabei, die Stressreaktion auf einem stabilen und gesunden Niveau zu halten, indem sie das System ausgleichen und plötzliche extreme Ausschläge abmildern.
Adaptogene Pflanzen einnehmen

Einige Pflanzen verfügen über genau die Eigenschaften und Vorteile, die wir zuvor beschrieben haben. Man kann sie auf unterschiedliche Weise einnehmen – zum Beispiel als Aufguss, als Gewürz in der Küche oder in Kapselform. In diesem Fall wird in der Regel ein Extrakt des Wirkstoffs verwendet, was eine möglichst hohe Konzentration ermöglicht. Zudem haben Nahrungsergänzungsmittel mit adaptogenen Pflanzen in solchen Fällen eine besonders hohe Bioverfügbarkeit.
Ginseng

Es gibt drei Hauptarten von Ginseng: amerikanischen, sibirischen und den wohl bekanntesten, den koreanischen Ginseng. Alle drei haben eine wichtige Gemeinsamkeit – sie stärken die Widerstandskraft gegenüber Stress, egal ob dieser mental, körperlich oder durch äußere Einflüsse verursacht wird.
Eine der wichtigsten Wirkungen von Ginseng ist seine Fähigkeit, die Bildung und Ausschüttung der Nebennierenhormone zu regulieren, die mit der Stressreaktion im Körper zusammenhängen. Er erhöht die körperliche Belastbarkeit beim Training und entfaltet gleichzeitig seine adaptogene Wirkung. Ginseng steigert die Leistungsfähigkeit, indem er das Gehirn stimuliert und das Nebennieren-Hypophysen-System dazu anregt, mehr aktivierende Hormone zu produzieren. Das führt zu erhöhter Gehirnaktivität, besserer psychomotorischer Koordination und gesteigerter geistiger Wachheit – all das trägt dazu bei, das Gefühl von Müdigkeit deutlich zu verringern.
Rhodiola rosea

Rhodiola rosea hat adaptogene Eigenschaften, die dabei helfen, Stress besser zu bewältigen, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern und den Körper mit antioxidativer Wirkung zu unterstützen – neben vielen weiteren Vorteilen.
Während Ginseng vor allem die Ausschüttung bestimmter Hormone aus den Nebennieren fördert, wirkt Rhodiola auf verschiedene Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Der Extrakt dieser Pflanze ist besonders wirksam bei Symptomen wie Depression, Schlafstörungen, Erschöpfung und emotionalem Ungleichgewicht. Als adaptogene Pflanze hilft Rhodiola dabei, physischen Stress besser zu bewältigen und stressbedingten Beschwerden wie Bluthochdruck oder einem geschwächten Immunsystem entgegenzuwirken.
Anden-Maca

Maca ist ein Wurzelgemüse, das im Hochland der Anden angebaut wird. Sie gilt als natürliches Tonikum mit kräftigender Wirkung und kann die körperliche Leistungsfähigkeit insgesamt verbessern.
Maca unterstützt das Immunsystem, hilft dabei, das hormonelle Gleichgewicht zu regulieren, und fördert die geistige Leistungsfähigkeit. Dadurch wirkt sie sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Besonders bekannt ist Maca für ihre aphrodisierende Wirkung und die Steigerung der Libido – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Oft wird sie als „Ginseng der Anden“ oder „pflanzliches Viagra“ bezeichnet und kommt häufig bei Unfruchtbarkeit sowie sexuellen und hormonellen Funktionsstörungen zum Einsatz.
Ashwagandha

Ashwagandha wird aus dem Extrakt der Pflanze Withania somnifera gewonnen und ist aufgrund ihrer vielseitigen Wirkung und traditionellen Anwendung auch als „indischer Ginseng“ bekannt.
Sie gehört zu den Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, unterstützt das Immunsystem und wirkt beruhigend bei innerer Unruhe. Ashwagandha hat immunmodulierende Eigenschaften, stärkt die Abwehrkräfte und hilft dem Körper dabei, den Cortisolspiegel zu senken. Außerdem hat sie eine starke antioxidative Wirkung und wirkt als natürliches entzündungshemmendes Mittel. Das kann chronische Schmerzen lindern und beruhigen, ohne die typischen Nebenwirkungen von Medikamenten.
Bacopa monnieri

Bacopa monnieri wird in der Naturheilkunde seit Langem verwendet, um die Gehirnfunktion zu unterstützen – insbesondere das Gedächtnis, die Konzentration und die kognitive Leistungsfähigkeit.
Zu ihren wichtigsten Vorteilen gehört die Fähigkeit, Angstzustände zu lindern. Bacopa kann mit dem dopaminergen und serotonergen System interagieren und gleichzeitig die Kommunikation zwischen den Nervenzellen (Synapsen) fördern. Diese positive Wirkung auf das Nervensystem wird vor allem damit erklärt, dass sie die Aktivität bestimmter Neurotransmitter unterstützt und ein Vorläufer von Acetylcholin ist. Verantwortlich für diese Effekte sind die sogenannten Bacoside, die als Hauptwirkstoffe der Pflanze gelten.
Schisandra chinensis

Die adaptogene Wirkung von Schisandra kann dabei helfen, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern, Müdigkeit zu verringern und die Kraft zu steigern.
Verschiedene Studien zeigen, dass Schisandra leberschützende Eigenschaften hat, während sie gleichzeitig als natürlicher Energiespender und Antioxidans wirkt. Schisandra wird außerdem eingesetzt, um den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck zu regulieren sowie das Immunsystem nach operativen Eingriffen zu stärken. Darüber hinaus findet sie Anwendung zur Steigerung der Libido, bei Lungenbeschwerden, zur Linderung von Erschöpfung und zur Unterstützung bei Depressionen, Stress und Schlafstörungen.

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