Gedächtnisnetzwerke
Das Gedächtnis ist das Ergebnis der Vernetzung verschiedener Gedächtnisnetzwerke, die sich über die gesamte Großhirnrinde erstrecken und sogar über die morphologischen Grenzen der Rinde hinausgehen. Jede Zelle kann Teil vieler Netzwerke sein und somit an vielen Gedächtnissen beteiligt sein.
Es gibt zwei grundlegende Bereiche bei der Bildung von Gedächtnisnetzwerken: den Hippocampus, der eine wichtige Rolle bei der Bildung assoziativer Gedächtnisnetzwerke spielt, und den Amygdala-Kern, der für die Bewertung der affektiven und emotionalen Bedeutung von Wahrnehmungen unerlässlich ist.

Man kann von zwei Gedächtnissen ausgehen: einem motorischen und einem durch die Sinne erworbenen Wahrnehmungsgedächtnis. Beide sind assoziativ, verteilen sich über die Großhirnrinde und sind hierarchisch organisiert.
Wahrnehmungsgedächtnis
Es verteilt sich über die Parietal-, Temporal- und Okzipitallappen und erstreckt sich von den primären sensorischen Arealen zu den assoziativen Arealen, wobei es in den limbischen Zonen des Temporallappens, vor allem im Hippocampus, zusammenläuft.
Bei einer konkreten Wahrnehmung werden verschiedene Gedächtnisse aktiviert, die eine Fülle an Informationen liefern – mehr als nur der Reiz selbst. Zum Beispiel werden beim Anblick eines Balls verschiedene Gedächtnisse aktiviert:
- Das sensorische Gedächtnis, das uns Farbe und Größe anzeigt und uns erlaubt, ihn von anderen Bällen zu unterscheiden…
- Das episodische Gedächtnis, durch das wir uns an ein Spiel erinnern, an dem wir teilgenommen haben, an die Tribüne, das Spielfeld.
- Das semantische Gedächtnis, mit dem wir die Bedeutung des Wortes Ball erfassen.
- Das konzeptuelle Gedächtnis, das uns an das Konzept Basketball oder Sport erinnert.
Motorisches Gedächtnis
Es nimmt den Raum des Frontallappens ein, und hier erstrecken sich die Netzwerke von der vordersten assoziativen Zone bis zur primären motorischen Rinde. Das motorische Gedächtnis ist ausführend und repräsentiert motorische Handlungen und Verhaltensweisen.
- 1. Ebene bzw. untere Ebene: Rückenmark, hier gibt es ein elementares segmentales motorisches Gedächtnis mit einem Reflexmuster.
- 2. Ebene: Hirnstamm, wo ein allgemeineres Gedächtnis mit Koordinations- und Reflexregulationsmustern zu finden ist.
- 3. Ebene: Angeborenes Gedächtnis, das mit grundlegenden Motivationen zusammenhängt. Diese Ebene besteht aus den Basalganglien, dem Thalamus und sollte das Kleinhirn einschließen, wo die Automatisierung erlernter Bewegungen liegt.
- 4. Ebene: Motorische Rinde des Frontallappens.
Jede dieser Ebenen dominiert die darunterliegenden und kann die von den unteren Ebenen festgelegte Reaktion verändern.
Wenn eine motorische Geste wiederholt ausgeführt wird, wird das Gedächtnisnetzwerk während des Lernens im präfrontalen Bereich gespeichert. Ist die motorische Sequenz einmal gelernt, automatisiert sich die Geste und wird von der Kontrolle des Kleinhirns übernommen, obwohl bestimmte Aufgaben, wie die Korrektur der Geste bei einer Kontingenz, weiterhin von der motorischen Rinde abhängen.
Quellen
- Calderón Montero, FJ.; Legido Arce, JC. (2002). Neurofisiología aplicada al deporte. Editorial Tebar. Madrid.
- Hall, JE. (2011). Guyton y Hall. Tratado de fisiología médica 12 ed. Elsevier España.

Blog zu Fitness, Ernährung, Gesundheit und Sport | Blog HSN En el Blog de HSNstore encontrarás tips sobre Fitness, deporte en general, nutrición y salud – HSNstore.com 


