Ratio digital 2D:4D: was uns unsere hände verraten?

Ratio digital 2D:4D: was uns unsere hände verraten?

Was kann uns die Fingerlänge oder das digitale Verhältnis verraten? Sie können als Prädiktor für körperliche, psychologische und verhaltensbezogene Merkmale dienen.

Was ist das Digitale Verhältnis?

Es ist der Begriff, der das Verhältnis zwischen der Länge des zweiten Fingers (Digit 2, 2D oder Zeigefinger) und des vierten Fingers (Digit 4, 4D oder Ringfinger) beschreibt.

Darstellung Fingervermessung

Grafische Darstellung einer Hand mit den Messpunkten des Zeigefingers (2D) und Ringfingers (4D).

So dass:

Messung

 

Berechnung des digitalen Verhältnisses.

Um es zu berechnen, musst du nur die Länge beider Finger messen, von der Basis (Karpometakarpalgelenk) bis zur Spitze (Ende der letzten Phalanx) und die Länge des Zeigefingers durch die des Ringfingers teilen.

Wofür wird das Verhältnis 2D:4D verwendet?

Es wird genutzt, um den Grad des Merkmals „Männlichkeit“ zu bewerten, den du aufweist.

So klingt es erst mal komisch und ist es auch, aber es gibt nicht wenige Studien, die eine Beziehung zwischen 2D:4D und körperlichen, psychologischen und verhaltensbezogenen Merkmalen zeigen, die typisch für eine androgene oder östrogene Umgebung sind, je nach erhaltenem Wert.

Was bedeutet ein kleineres 2D:4D-Verhältnis?

Ein Wert unter 1 ist typisch für Männer und wird assoziiert mit:

  • Erhöhtem Risiko für typische Männerkrankheiten (Herz-Kreislauf, Prostatakrebs usw.)
  • Verstärkten Merkmalen, die mit Suchtverhalten zusammenhängen.
  • Mehr Aggressivität.
  • Größerer Führungs- und Gruppenmanagementfähigkeit.
  • Neigung zu Polygamie oder Untreue.

Histogramm

Histogramm, das die Verteilung der Probanden beider Geschlechter und ihr digitales Verhältnis zeigt.

Laut einer Studie der Universität Alberta, die dieses Verhältnis mit einem Gesundheitsmarker beim Menschen in Verbindung brachte, liegt der Durchschnitt bei:

  • 9,947 bei Männern.
  • 9,965 bei Frauen.

Mit einem statistisch signifikanten Unterschied, was bedeutet, dass Männer im Durchschnitt ein niedrigeres Verhältnis als Frauen haben.

Weibliche Athletin

Das heißt nicht, dass eine Frau kein kleineres 2D:4D-Verhältnis haben kann, es ist nur weniger üblich.

In einigen Studien wurde es mit sexuellen Präferenzen von Männern mit weniger maskulinem Aussehen und/oder Frauen (Homosexualität), polyzystischem Ovarialsyndrom, mehr Durchsetzungsvermögen, Entscheidungsfähigkeit und sportlicher Leistung in Verbindung gebracht.

Deine Hand spricht über dich: die Finger-Theorie

Die Finger-Theorie ist einfach die umgangssprachliche Beschreibung des Phänomens, das das 2D:4D-Verhältnis mit bestimmten charakteristischen Merkmalen verbindet, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür geben sollte.

Das gehört zum Bereich der Handlesekunst, einer Pseudowissenschaft, die davon ausgeht, dass unsere Hände relevante Informationen über unsere Gesundheit, Persönlichkeit, Verhalten und Zukunft enthalten.

Etwas, das in keiner seriösen Studie an einer anerkannten Universität rigoros bewiesen wurde.

Hände

Vielleicht können uns unsere Hände zumindest ein bisschen was über uns und unser Verhalten verraten.

Deshalb ist das Index-Ring-Verhältnis so ein seltsames Phänomen, denn es gibt eine große Menge experimenteller Evidenz in Tiermodellen und beobachtende Studien beim Menschen, die es mit den oben beschriebenen Aspekten ausreichend homogen verbinden, um zu denken, dass es eine echte Ursache sein könnte.

Was, wenn mein Ringfinger länger als der Zeigefinger ist?

Es ist völlig okay, wenn dein Ringfinger länger als der Zeigefinger ist, also ein größeres 2D:4D-Verhältnis.

Dann bist du möglicherweise anfälliger für:

  • Weniger Fruchtbarkeit (Männer)
  • Höheres Risiko für zentrale und viszerale Fettleibigkeit.
  • Höheres Risiko für Depressionen.
  • Erhöhte Prävalenz von Psychopathie.
  • Schlechtere sportliche Leistung.
  • Größere verbale Flüssigkeit und durchschnittlicher IQ.
  • Neigung zu Neurotizismus und ängstlicher Persönlichkeit.
Dennoch sollten die Ergebnisse mancher Studien mit Vorsicht interpretiert werden, da keine klare Kausalität zu bestehen scheint und das 2D:4D-Verhältnis möglicherweise nicht so entscheidend ist, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Ringfinger und Testosteron

Der Grund für die Beziehung zwischen diesen Fingern liegt darin, dass der Ringfinger eine höhere Dichte an Androgenrezeptoren hat (an die Hormone wie Testosteron binden), während der Zeigefinger eine erhöhte Dichte an Östrogenrezeptoren aufweist (an die hauptsächlich Estron, Estriol und Estradiol binden).

Hormonelle Dominanz

Hormonelle Dominanz und Dichte der assoziierten Rezeptoren in den Fingern, die je nach Verhältnis zu einem männlichen/weiblichen Phänotyp führen.

Daher beeinflusst die fetale Hormonexposition während der spezifischen digitalen Entwicklungsphase die Länge des Ringfingers und das digitale Verhältnis mit den oben beschriebenen Folgen.

Feten, die einer höheren Konzentration von Androgenen (wie Testosteron) im Fruchtwasser ausgesetzt sind, haben ein kleineres 2D:4D-Verhältnis.

Literaturverzeichnis

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