Blähungen und Schmerzen während des Trainings – Ursachen und Lösungen

Blähungen und Schmerzen während des Trainings – Ursachen und Lösungen

Die meisten Probleme des Verdauungstrakts im Zusammenhang mit Sport hängen direkt von der Intensität ab: Bei niedriger oder moderater Intensität kann die Magenentleerung sowie der Darmtransit verbessert werden; bei hoher Intensität kann genau das Gegenteil passieren.

Obwohl es selten ist, können etwa 15 % der Sportler, besonders Ausdauersportler, während des Trainings Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre erleben. Reflux tritt ungefähr ab einer Arbeitsintensität von 80 % VO2max auf.

Die akuten physiologischen Effekte ab dieser Intensität führen zu einem exponentiellen Anstieg der Azidose, verursacht durch Metaboliten wie Wasserstoffionen (H+), Hypoxanthin oder Laktat. Diese Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts (pH-Abfall) kann eine neuromuskuläre Störung der unteren zwei Drittel der Speiseröhre (Achalasie) auslösen.

Sphinkter

Unter normalen Bedingungen ist der Druck im unteren Ösophagussphinkter höher als im Magen, und während des Trainings kehrt die Achalasie diese Normalität um.

Obwohl es schwer nachzuweisen ist, dass Aerophagie oder die Aufnahme von Flüssigkeiten/Nahrung direkt damit zusammenhängen, verlangsamt die Adrenalintätigkeit bei intensivem Training die Peristaltik und Magenentleerung. So steigt das Risiko für Reflux und Symptome wie Schmerzen im unteren Brustbeinbereich oder Aufstoßen.

Weitere Faktoren

Neben der Trainingsbelastung (Intensität, Volumen, Frequenz, Dichte…) sollten auch andere Faktoren berücksichtigt werden, wie die Trainingsart, die Körperhaltung oder sogar die Aufnahme bestimmter Lebensmittel kurz vor oder während des Trainings (pre- und intra-workout).
  • Trainingsart: Laufen hat sich als eine der Sportarten erwiesen, die am meisten Reflux auslösen, während das Fahrrad-Ergometer in dieser Hinsicht viel sicherer ist, wahrscheinlich wegen der geringeren mechanischen Vibration des Körpers. Allerdings berichten Kraftsportler sogar von mehr Reflux-Episoden als Läufer, besonders bei bestimmten Übungen; was direkt mit den folgenden Punkten zusammenhängt.
  • Trainingsposition: Bei der Analyse verschiedener Positionen (aufrecht, geneigt, sitzend) leiden die meisten Sportler bei Übungen mit Vorwärtsneigung unter Reflux, da diese den Bauchraum komprimieren und den intraabdominalen Druck erhöhen.

Die Hypothese hinter dieser Entdeckung ist, dass der Druck im unteren Ösophagussphinkter als Schutzreaktion auf den erhöhten intraabdominalen Druck ansteigen muss.

Das passiert bei Übungen wie Beinheben aus Rückenlage (die typischen „unteren Sit-ups“, die viele machen) oder Kreuzheben, bei denen die Rumpfneigung + Valsalva-Manöver zum Schutz der Lendenwirbelsäule und zur Aufrechterhaltung des Druckgradienten zwischen Speiseröhre und Magen einen gewissen Reflux auslösen können.
 Rumpfneigung

Lebensmittel

Einige Lebensmittel können ebenfalls Achalasie auslösen, weshalb man sie vor dem Training besser meiden sollte

Fette, Stärke, Ballaststoffe, Schokolade (speziell), übermäßiger Proteinkonsum wegen der stickstoffhaltigen Struktur, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke und sogar bestimmte Kohlenhydrate (Amylopektin) gehören dazu.

Noch einen Schritt weiter: Bestimmte Inhaltsstoffe in Pre-Workouts oder Fatburner-Supplements wie Koffein und/oder Teein können die Speiseröhrenschleimhaut reizen und diese unangenehmen Symptome begünstigen.

Das Fasten oder eine leichte Mahlzeit, die eine effektive Magenentleerung vor dem Training fördert, verringert die Wahrscheinlichkeit von Reflux (große Essensmengen begünstigen Reflux genauso wie der Nahrungsinhalt); ebenso während des Trainings Cyclodextrine und/oder niedrig osmolare und niedrig konzentrierte KH-Mischungen (<60-80 g KH/L Getränk).

Vergleich Fasten vs. postprandial

Rückkehr zur Normalität

Bei akuten Beschwerden durch gastroösophagealen Reflux hat sich moderates bis leichtes Training (< 70 % VO2max) als förderlich für die Verdauungsfunktion und den Darmtransit erwiesen, weshalb ein Spaziergang nach intensivem Training helfen kann, die Säure nicht den ganzen Tag über zu behalten.

Auch tiefe Zwerchfellatmung, bei der die Luft bis in den Bauchraum geführt wird, erleichtert die Rückkehr zu normalen Bedingungen, da die Arbeit der Atemmuskulatur positiv mit der Klärung und metabolischen Wiederherstellung zusammenhängt.

Zwerchfell

Quellen:

  1. Calderón, F.J. (2007). Fisiología aplicada al deporte. Madrid. Editorial Tébar.
  2. Clark, C. S., Kraus, B. B., Sinclair, J., & Castell, D. O. (1989). Gastroösophagealer Reflux durch Sport bei gesunden Probanden. JAMA, 261(24), 3599-3601.
  3. Collings, K. L., Pierce, P. F., Rodriguez-Stanley, S., Bemben, M., & Miner, P. B. (2003). Speiseröhrenreflux bei trainierten Läufern, Radfahrern und Gewichthebern. Medicine and science in sports and exercise, 35(5), 730-735.
  4. Chicharro, J. L., & Vaquero, A. F. (2006). Fisiología del ejercicio. Madrid. Ed. Médica Panamericana.
  5. Sodhi, J. S., Zargar, S. Javid, G., Khan, M. A., Khan, B. A., Yattoo, G. N., … & Shoukat, A. (2008). Auswirkung von Beugeübungen auf gastroösophagealen Reflux bei symptomatischen Patienten. Indian J Gastroenterol, 27(6), 227-231.

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