Die Eigenschaften von Melatonin zur Förderung der nächtlichen Erholung sind weithin bekannt. Dieses vom Körper auf natürliche Weise produzierte Hormon hat sich zu einer der beliebtesten Optionen entwickelt, um den zirkadianen Rhythmus zu regulieren und die Schlafqualität zu verbessern. Seine Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, und damit auch die Zweifel an seiner Sicherheit.
Im Folgenden erzählen wir dir, was die aktuelle Wissenschaft zu diesem Thema sagt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Jahr 2025: Erhöht Melatonin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
- 2 Ein so sicheres wie natürliches Hormon
- 3 Ist eine Überdosierung von Melatonin möglich?
- 4 Gibt es Gegenanzeigen?
- 5 Und Nebenwirkungen?
- 6 Wann sollte man einen Profi konsultieren?
- 7 Melatonin und Erholung: eine natürliche Verbindung
- 8 Beeinflusst es das sexuelle Verlangen oder die Fruchtbarkeit?
- 9 Fazit
Jahr 2025: Erhöht Melatonin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Die kürzliche Veröffentlichung im Newsroom der American Heart Association (AHA) im Rahmen der Scientific Sessions 2025 mit dem Titel „Langzeitgebrauch von Melatoninpräparaten zur Unterstützung des Schlafs kann negative gesundheitliche Auswirkungen haben“ hat eine große internationale Debatte ausgelöst. Innerhalb weniger Tage haben zahlreiche Medien und Fachblogs die Nachricht mit reißerischen Überschriften verbreitet und den Originalinhalt falsch interpretiert.
Es handelt sich um ein klares Beispiel für das sogenannte „Stille-Post-Spiel“: Jedes Medium fasste zusammen, was andere veröffentlichten, wobei der wissenschaftliche Kontext verloren ging und die falsche Vorstellung vermittelt wurde, dass Melatonin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte.
Das ist weit von der Realität entfernt.
Was die Studie wirklich sagt
Die von der AHA vorgestellte Arbeit ist keine klinische Studie oder Metaanalyse kontrollierter Studien, sondern eine retrospektive Beobachtungsanalyse basierend auf elektronischen Gesundheitsdaten. Die Forscher untersuchten eine Datenbank, die sowohl Länder umfasst, in denen Melatonin rezeptpflichtig ist (wie Großbritannien), als auch solche, in denen es frei und ohne Kontrolle verkauft wird (wie die USA).
Der Artikel selbst erkennt an, dass keine ursächliche Beziehung zwischen Melatoninkonsum und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt werden kann. Die Beobachtung einer statistischen Assoziation bedeutet nicht, dass Melatonin die Ursache ist. Die Autoren betonen diese Einschränkung mehrfach und weisen darauf hin, dass ihre Studie als Ausgangspunkt für weitere Forschungen zu verstehen ist, nicht als Beleg für eine Änderung der Anwendungsempfehlungen.
Von den Autoren anerkannte Einschränkungen
Die Studie weist mehrere methodische Einschränkungen auf, die solide Schlussfolgerungen verhindern:
- Fehlende geografische Kontrolle: Das Herkunftsland der analysierten Patienten ist unbekannt, sodass Populationen mit unterschiedlichen Melatonin-Zugangs- und Kontrollvorschriften vermischt werden.
- Registrierungs-Bias: Es wurden nur Melatonin-Nutzer mit ärztlichem Rezept berücksichtigt. Alle Personen, die es als Nahrungsergänzungsmittel konsumieren, wurden fälschlicherweise der Gruppe „kein Melatonin“ zugeordnet, was die Ergebnisse verzerrt.
- Fehlende relevante klinische Informationen: Die Schwere der Schlaflosigkeit sowie das Vorhandensein psychiatrischer Störungen oder die gleichzeitige Einnahme anderer Schlafmittel wurden nicht erfasst, was die Ergebnisse beeinflussen kann.
- Fehler bei Diagnosecodes: Die Autoren geben zu, dass Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz möglicherweise überschätzt wurden, da die Datenanalyse dies nicht korrekt berücksichtigte; viele Ergebnisse zu „Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ könnten letztlich keine gewesen sein.
Tatsächlich räumt der leitende Forscher, Dr. Nnadi, in der Mitteilung ein:
„Unsere Studie kann keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung nachweisen. Es ist möglich, dass die höhere Häufigkeit von Schlaflosigkeit, Depression oder Angstzuständen oder die Einnahme anderer Schlafmittel sowohl mit dem Melatoninkonsum als auch mit dem kardiovaskulären Risiko zusammenhängen.“
Das macht klar, dass die Studie nicht beweist, dass Melatonin Schaden verursacht, sondern lediglich eine statistische Korrelation identifiziert, die durch externe Faktoren erklärt werden könnte. Und hier kommt einer der wichtigsten Punkte:
Korrelation bedeutet nicht Kausalität
Das zu verstehen ist essenziell. In der wissenschaftlichen Forschung beschreibt Korrelation das Vorhandensein einer statistischen Beziehung zwischen zwei Variablen, während Kausalität bedeutet, dass eine Variable eine direkte Wirkung auf die andere hat.
Beobachtungsstudien wie diese können nur Korrelationen erkennen, aber keine Ursachen bestimmen. Um Kausalität festzustellen, sind randomisierte, kontrollierte klinische Studien (RCTs) nötig, bei denen Variablen sorgfältig kontrolliert und andere Faktoren ausgeschlossen werden können.
In diesem Fall nehmen Menschen Melatonin meist ein, weil sie Schlafstörungen oder Stress haben, Zustände, die selbst mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden sind. Daher ist es viel wahrscheinlicher, dass die Ergebnisse diese Umstände widerspiegeln und nicht eine schädliche Wirkung von Melatonin.
Unkontrollierte Dosierungen und regulatorischer Kontext
Ein weiterer kritischer Aspekt der Studie ist, dass die verwendeten Dosierungen nicht kontrolliert wurden, da es sich um eine Beobachtungsanalyse handelt.
In Europa sind Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 2 mg Melatonin pro Tagesdosis zugelassen und als sicher anerkannt von Organisationen wie der Europäischen Kommission und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die deren Verwendung zur Verkürzung der Einschlafzeit unterstützen.
In Spanien legt die Spanische Agentur für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (AESAN) denselben Grenzwert fest und garantiert die Sicherheit der auf dem Markt befindlichen Produkte. Diese Dosierungen sind hunderte Male niedriger als in einigen klinischen Kontexten verwendet und bergen kein kardiovaskuläres Risiko.
Fehlender physiologischer Mechanismus und gegenteilige Belege
Außerdem gibt es keinen beschriebenen physiologischen Mechanismus, der erklären würde, wie Melatonin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Im Gegenteil, die verfügbare wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass Melatonin kardioprotektive Effekte haben könnte.
Experimentelle Studien, wie die in Frontiers in Pharmacology veröffentlichte (PMCID: PMC9251346), beschreiben mehrere potenzielle Schutzmechanismen fürs Herz, darunter antioxidative, entzündungshemmende und regulierende Wirkungen auf das autonome Nervensystem.
Noch mehr zeigen randomisierte, kontrollierte klinische Studien jüngst eine mögliche zytoprotektive und kardioprotektive Wirkung von Melatonin bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko (PMCID: PMC12564314). Diese Daten stehen im direkten Gegensatz zu den alarmistischen Interpretationen einiger Medien.
Fazit der Studie
Die verbreiteten Informationen über eine angebliche Verbindung zwischen Melatonin und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben keine solide wissenschaftliche Grundlage. Die Studie, die die Kontroverse ausgelöst hat, weist gravierende Einschränkungen auf, erkennt ausdrücklich an, dass sie keine Kausalität beweisen kann, und sollte nur als vorläufige Beobachtung betrachtet werden.
Melatonin in den in Nahrungsergänzungsmitteln verwendeten Dosierungen ist sicher, wirksam und von den wichtigsten internationalen Gesundheitsbehörden anerkannt. Die verfügbaren Daten schließen nicht nur schädliche Effekte aus, sondern deuten sogar auf einen potenziellen langfristigen Nutzen für die Herzgesundheit hin.
Die Evidenz wächst weiter, aber bisher gibt es keinen wissenschaftlichen oder klinischen Grund, Melatonin als Risiko für die Herzgesundheit zu betrachten.
Ein so sicheres wie natürliches Hormon
Melatonin, auch bekannt als „Schlafhormon“, hat ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil. Zahlreiche klinische Studien haben gezeigt, dass die Anwendung in einem breiten Dosisspektrum völlig sicher ist.
Als Nahrungsergänzungsmittel benötigt es kein ärztliches Rezept, da es sich um eine natürliche Substanz mit null Toxizität und sehr hoher Verträglichkeit auch bei langfristiger Anwendung handelt. Es ist heute eines der meistgenutzten Nahrungsergänzungsmittel weltweit, vergleichbar mit Multivitaminen. Das bedeutet, dass der Konsum in den empfohlenen Dosierungen kein Gesundheitsrisiko darstellt.
Ist eine Überdosierung von Melatonin möglich?
Nein. Melatonin kann keine Überdosierung verursachen. Seine Toxizität ist null, und wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass selbst deutlich höhere Dosen als in Nahrungsergänzungsmitteln keine schädlichen Wirkungen erzeugen.
Das liegt daran, dass Melatonin ein Molekül ist, das der Körper selbst produziert und natürlich reguliert. Wenn es exogen in kleinen Mengen verabreicht wird, verstärkt es einfach den physiologischen Schlafprozess, ohne andere Funktionen zu stören.
Gibt es Gegenanzeigen?
Bei gesunden Personen sind keine bekannten Gegenanzeigen für Melatonin bekannt. Seine Anwendung wurde sowohl kurz- als auch langfristig umfassend untersucht, und es wurde festgestellt, dass es das hormonelle Gleichgewicht nicht stört und keine relevanten Nebenwirkungen verursacht.
Tatsächlich wurden Dosen von mehreren hundert Milligramm pro Tag über Jahre verabreicht, ohne dass klinische oder biochemische Parameter beeinträchtigt wurden. Diese Mengen liegen weit über denen in Nahrungsergänzungsmitteln, was seine Sicherheit bestätigt.
Und Nebenwirkungen?
Bei üblichen Dosierungen wurden keine unerwünschten Wirkungen beschrieben. Melatonin verursacht keine Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder Veränderungen im Appetit oder Sexualtrieb.
Einige anekdotische Berichte über Symptome wie Müdigkeit oder morgendliche Schläfrigkeit werden dem Nocebo-Effekt zugeschrieben, also Erwartungen oder falschen Assoziationen und nicht einer tatsächlichen Reaktion des Körpers. Die verfügbare wissenschaftliche Evidenz kann keine ursächliche Verbindung zwischen Melatonin und diesen Effekten herstellen.
Wann sollte man einen Profi konsultieren?
Obwohl Melatonin völlig sicher ist, ist es in bestimmten medizinischen Ausnahmefällen (wie Schwangerschaft, Stillzeit oder chronischer Medikamenteneinnahme) ratsam, vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker zu informieren. Das liegt nicht daran, dass Melatonin Risiken birgt, sondern weil jedes Nahrungsergänzungsmittel im Kontext von Untersuchungen oder Verschreibungen berücksichtigt werden sollte.
Melatonin und Erholung: eine natürliche Verbindung
Melatonin hilft, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu synchronisieren und fördert so auf natürliche Weise erholsamen Schlaf. Es wurde nicht mit übermäßiger Schläfrigkeit oder „Müdigkeit beim Aufwachen“ in Verbindung gebracht. Wenn solche Symptome auftreten, liegen sie meist an äußeren Faktoren wie unzureichender Erholung oder schlechter Schlafhygiene.
Bei Menschen mit langanhaltender Schlaflosigkeit kann Melatonin helfen, den Schlafrhythmus schrittweise wiederherzustellen, begleitet von passenden Gewohnheiten.
Beeinflusst es das sexuelle Verlangen oder die Fruchtbarkeit?
Nein. Melatonin reduziert das sexuelle Verlangen nicht und beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht, weder bei Männern noch bei Frauen. Theorien, die seinen Konsum mit hormonellen Veränderungen in Verbindung bringen, stammen aus experimentellen Studien und haben keine praktische oder klinische Relevanz.
Fazit
Melatonin ist eine natürliche Substanz mit einem bewährten Sicherheitsprofil, das durch Jahrzehnte der Forschung bestätigt ist. Die Anwendung in den üblichen Dosierungen von Nahrungsergänzungsmitteln birgt keine Risiken oder Nebenwirkungen und kann dauerhaft ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden, außer in den genannten Ausnahmen.
Es ist zweifellos eine der sichersten und effektivsten Optionen, um die nächtliche Erholung auf natürliche Weise zu fördern.
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