Können Kinder und Jugendliche Kreatin einnehmen?

Können Kinder und Jugendliche Kreatin einnehmen?

Kreatin, bestehend aus essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren (Arginin, Methionin und Glycin), wird häufig als Supplement verwendet. Es befindet sich hauptsächlich in der Skelettmuskulatur und kann über tierische Lebensmittel in der Ernährung aufgenommen werden.

Die Supplementierung mit Kreatin spielt eine wichtige Rolle in physiologischen Prozessen und hat sich als sicher und effektiv erwiesen. Obwohl es zunächst bei erwachsenen Sportlern untersucht wurde, gibt es Hinweise auf kognitive und therapeutische Vorteile, die sich auf verschiedene Bevölkerungsgruppen übertragen lassen könnten.

Kreatin ist vorteilhaft für den Kraftaufbau bei hochintensiven und kurzzeitigen Aktivitäten, wie Bodybuilding, Gewichtheben, Teamsportarten (Baseball, Hockey, Basketball, Fußball, Rugby).

Einige ergogene Vorteile von Kreatin sind:

  • Höhere Leistung bei einzelnen und wiederholten Sprints.
  • Mehr geleistete Arbeit während Serien maximaler Muskelkontraktionen.
  • Größere Muskelmasse- und Kraftzuwächse.
  • Verbesserte Glykogensynthese.
  • Höhere anaerobe Schwelle.
  • Mögliche Verbesserung der aeroben Kapazität durch einen erhöhten ATP-Transport aus den Mitochondrien7.
  • Größere Arbeitskapazität.
  • Erhöhung der GLUT4-Transporter (Op ‘t Eijnde B. et.al 2001).
  • Verbesserte Regeneration nach dem Training.
  • Höhere Trainingsverträglichkeit.

Kreatin bei Jugendlichen

Interventionsstudien zu Kreatin bei Kindern und Jugendlichen

In der Sporternährungsforschung wurden Interventionsstudien durchgeführt, um die Auswirkungen von Kreatin bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen, mit dem Ziel, die Effekte in dieser Bevölkerungsgruppe besser zu verstehen. Wir teilen die Analysen in zwei Kategorien ein: sportlicher Bereich und außersportlicher Bereich.

Im sportlichen Bereich

Im sportlichen Bereich gibt es Studien, die die Vorteile einer Kreatin-Supplementierung bei jüngeren Gruppen zeigen.

Zum Beispiel wurden in einer aktuellen Studie mit U16-Basketballspielern Verbesserungen in der Explosivkraft und in der Punkteausbeute pro Spielminute nach acht Wochen Supplementierung mit Kreatin-Monohydrat beobachtet.

Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen der ISSN und legen nahe, dass Kreatin eine sichere Alternative zur Leistungssteigerung sein kann. Auch bei Frauen wurde die Wirksamkeit von Kreatin gezeigt: Eine Studie mit Junior-Schwimmerinnen zeigte nach drei Wochen Supplementierung eine Steigerung von Leistung, Zugkraft und hydrodynamischem Koeffizienten.

Außerhalb des sportlichen Bereichs

Kreatin findet nicht nur im Sport Anwendung, sondern auch im klinischen Bereich. Es wurde beobachtet, dass eine Kreatin-Supplementierung Patienten mit Erkrankungen des muskuloskelettalen, kardiopulmonalen und nervalen Systems zugutekommen kann, indem sie körperliche Funktion, Leistungsfähigkeit, Muskelschwäche und Atrophie verbessert.

Die Einnahme von Kreatin hat sich als wirksam bei Kreatinmangelsyndromen erwiesen, wobei deutliche Verbesserungen festgestellt wurden, wenn die normalen Kreatinspiegel im Körper wiederhergestellt wurden.

Diese klinischen Studien zeigten Verbesserungen in der Entwicklung, Sprachkoordination und im Muskeltonus bei Patienten mit Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen. Die Sicherheit der Kreatin-Supplementierung wurde ebenfalls untersucht, und es wurden keine Hinweise auf Nebenwirkungen gefunden – auch nicht auf Nierenebene.

Kreatin bei Kindern

Ist Kreatin also sicher für Kinder und Jugendliche?

Die Organisation, die hierzu am klarsten Stellung bezogen hat, ist zweifellos die International Society of Sports Nutrition (ISSN). In einem 2007 im Journal of the International Society of Sports Nutrition veröffentlichten Review erklärte sie, dass eine Supplementierung bei jungen Athleten akzeptabel ist, sofern angemessene Vorsichtsmaßnahmen und eine entsprechende Betreuung gewährleistet sind.1

Eine spätere Übersichtsarbeit2, veröffentlicht 2018 in Frontiers in Nutrition, untersuchte die Anwendung von Kreatin bei jungen Menschen. In den meisten Fällen wurden weder gastrointestinale Beschwerden noch Veränderungen in Blutmarkern berichtet. Hervorgehoben wurde dabei:

  • Die vorsichtige Haltung, fehlende Studien nicht automatisch mit fehlender Sicherheit bei Jugendlichen gleichzusetzen.
  • Dass viele Warnungen zur Verwendung von Kreatin bei Jugendlichen eher aus rechtlicher Vorsicht als auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen könnten.2

Das wachsende Interesse an leistungssteigernden Supplements [CS1] hat zu einer zunehmenden Verwendung in jüngeren Altersgruppen im sportlichen Kontext geführt.

Verschiedene Studien wurden durchgeführt, um ein realistisches Bild des Konsums von Sport-Supplements zu erhalten. Eine Querschnittsstudie der National Health Interview Survey (NHIS) aus dem Jahr 2007 zeigte nach Befragung von 9.417 Sportlern im Alter von 10 bis 18 Jahren eine Prävalenz von 34.1 % für die Verwendung von Kreatin.15-16-20-21

Studie zu Kreatin bei Kindern und Jugendlichen

McGuine, T. A., Sullivan, J. C., & Bernhardt, D. A. (2002).

Trotz der Kontroverse scheint eine Empfehlung bei verschiedenen Organisationen übereinzustimmen: Zunächst sollte eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sichergestellt werden1, bevor eine Supplementierung mit Kreatin oder anderen Supplements in Betracht gezogen wird.

Basierend auf der Studie von Harmon et al. aus dem Jahr 2021 wurde folgende Tabelle zu möglichen Einsatzbereichen von Kreatin erstellt:

WIRKUNG DER KREATIN-SUPPLEMENTIERUNG
EFFEKTE MIT DER MEISTEN EVIDENZMÖGLICHE EFFEKTE
Verbesserung der Leistungsfähigkeit und RegenerationAkute Verletzungen
Immobilisation
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
RückenmarksverletzungHerzinsuffizienz
Kreatinmangelsyndrome (KMS)Mitochondriale Zytopathien
Arthritische ErkrankungenCharcot-Marie-Tooth-Krankheit
Muskeldystrophie

Welche Dosierung, wie und wann einnehmen?

Kreatin wurde bei Erwachsenen umfassend untersucht und gilt als sicher. Allerdings sind bei Kindern und Jugendlichen weitere Studien erforderlich, da mögliche Stoffwechselunterschiede berücksichtigt werden müssen.

Empfohlen werden moderate Dosierungen von 3 g pro Tag oder alternativ 0.05 g pro Kilogramm Körpergewicht. Die Supplementierung mit Kreatin kann den Gesamtkreatingehalt und die Phosphokreatinspeicher erhöhen, sollte jedoch mit körperlichem Training kombiniert werden, um die sportliche Leistung zu verbessern.

Es gibt keine eindeutige Evidenz zum optimalen Einnahmezeitpunkt, aber aufgrund der Rolle bei der Glykogenauffüllung könnte die Einnahme nach dem Training sinnvoll sein.

Generell bringt eine Ladephase keinen zusätzlichen Vorteil, und niedrigere Dosierungen helfen, mögliche Magenprobleme zu vermeiden.

Welche Kreatin-Form wählen?

Kreatin ist in verschiedenen chemischen Formen erhältlich (Kreatin-HCl, Kreatin-Gluconat, Kreatin-Phosphat …), aber die am besten belegte und derzeit zugänglichste Form ist Kreatin-Monohydrat.

Bei der Auswahl solltest du auf Quellen achten, die Reinheit garantieren. Das Kreatin-Monohydrat aus unserer Raw Series ist eine ausgezeichnete Wahl. Ideal zum Kombinieren mit anderen Produkten oder zum Mischen in deinem Post-Workout-Shake – dank neutralem Geschmack und hervorragender Löslichkeit durch die 200Mesh-Partikelgröße.

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Fazit

Immer mehr junge Athleten möchten ihre sportliche Leistung mit Supplements und ergogenen Substanzen verbessern. Bei Erwachsenen gilt Kreatin laut wissenschaftlicher Evidenz als sicher.

Auch wenn es bei jüngeren Gruppen keine Hinweise auf Probleme durch eine Kreatin-Supplementierung gibt, zeigen Studien mit jungen Athleten sowie mit Kindern und Jugendlichen mit bestimmten medizinischen Bedingungen Vorteile sowohl im sportlichen als auch im klinischen Bereich.

Zusammengefasst: Es gibt keine Hinweise auf Nebenwirkungen bei einer Kreatin-Supplementierung, sofern die empfohlenen Dosierungen und Anwendungsweisen eingehalten werden. Damit kann Kreatin Teil eines gesunden Lebensstils sein – zusammen mit regelmäßiger Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung.

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Über Carlos Sánchez
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