Einige der treuen Leser dieses Blogs kennen sicher die Vielzahl an Mythen rund um die Sportnahrungsergänzung, besonders beim Konsum von Proteinshakes: Leberprobleme, erektile Dysfunktion, Leistungseinbußen usw. Zu dieser missverstandenen Mythologie über Molkenprotein kommt noch ein weiterer populärer Irrglaube hinzu: Whey-Protein als Ursache für männlichen Haarausfall.
In diesem Artikel erklären wir, welche wirkliche Rolle Molkenproteine beim Haarausfall spielen, die Bedeutung der Ernährung für die Haargesundheit, die Gründe für Alopezie und einige lindernde und vorbeugende Methoden, um den Prozess der Glatzenbildung zu vermeiden oder zu stoppen.
Warum verlieren wir Haare?
Der Großteil (über 90 %) der Menschen, die Haare verlieren, tut dies aus genetischen oder androgenetischen Gründen.
Was bedeutet das?
Das heißt, dass der Haarausfall eine genetische Folge jedes Einzelnen ist, nicht durch äußere Ursachen. Trotzdem gibt es auch andere Faktoren, die Haarausfall verursachen oder den Prozess beschleunigen können…
- Einer der häufigsten Gründe für Haarausfall ist Stress. Haare spiegeln wider, wie wir im Alltag mit unseren Emotionen umgehen. Oft bemerkt man bei Stress, dass man mehr Haare verliert als sonst. Meistens ist das nur vorübergehend, aber in manchen Fällen beschleunigt es die Alopezie, die sonst später aufgetreten wäre. Dann kann der Haarausfall dauerhaft werden.
- Ein weiterer wichtiger Grund sind unsere Ernährungsgewohnheiten. Eine bessere Ernährung verbessert das Haar nicht, wenn der Haarausfall genetisch bedingt ist, aber bei ernährungsbedingtem Haarausfall kann die Ernährung eine große Rolle spielen. Bei unausgewogener Ernährung muss der Körper mit wenigen Mineralien auskommen und priorisiert die wichtigsten Organe. Das Haar steht dabei ganz unten auf der Liste, denn zum Glück können wir auch ohne es leben.
- Weitere mögliche Ursachen für Haarausfall sind hormonelle Störungen wie eine Überfunktion der Schilddrüse, ein Überschuss an Vitamin A oder Eisenmangel infolge einer Erkrankung, zum Beispiel Anämie.

Tipps, um Haarausfall zu vermeiden
Jeder Körper reagiert anders auf verschiedene Lebensmittel und Produkte. Deshalb solltest du deinen Körper gut kennen und herausfinden, was dir am besten tut. Es gibt aber allgemeine Empfehlungen, die du befolgen kannst, wenn du Haarausfall vermeiden möchtest.
- Vergiss nicht, Fleisch zu essen. Fleisch ist eine wichtige Proteinquelle, die der Körper braucht, um richtig zu funktionieren. Wenn du kein Fleisch isst, solltest du Ersatzprodukte wie Hülsenfrüchte, Vollkornreis oder Mais zu dir nehmen.
- Eisenmangel kann ebenfalls Haarausfall verursachen. Achte also darauf, genügend eisenhaltige Lebensmittel zu essen.
- Du kannst Kräutertees trinken, die dein Haar stärken, wie Schachtelhalm. Dieser regt die Durchblutung an und fördert so das Haarwachstum.
- Vermeide Tabak: Rauchen schadet nicht nur deiner Gesundheit, sondern fördert auch Haarausfall.
- Trinke Zwiebelsaft. Klingt vielleicht nicht lecker, aber ein Glas Wasser mit Zwiebelsaft stärkt dein Haar und hilft, Haarausfall zu verhindern.
- Vermeide Stress: Gönn dir Pausen und entspanne dich regelmäßig.

Wahrheiten und Mythen über Haarausfall
Das Tragen von Mützen oder Hüten beschleunigt Haarausfall
Falsch
Dieser Mythos basiert auf der Annahme, dass eine Mütze den Sauerstoffzufluss zur Kopfhaut blockiert. Tatsächlich erhalten Haarfollikel ihren Sauerstoff aber aus dem Blutkreislauf, nicht aus der Luft. Gute Nachrichten also für Mützenfans: Sie schaden deinem Haar nicht.
Haarausfall wird durch eine verminderte Durchblutung der Kopfhaut verursacht
Falsch
Während das Haar wächst, braucht es viel Blutfluss. Wenn Haare ausfallen, sinkt der Blutbedarf und die Durchblutung der Kopfhaut nimmt ab.
Haarausfall wird von der Mutter vererbt
Falsch
Dieser Mythos stimmt nicht ganz. Das Haupt-Glatzen-Gen liegt zwar auf dem X-Chromosom, das Männer nur von der Mutter erben, aber es spielen auch andere Faktoren eine Rolle.
Föhnen fördert Haarausfall
Wahr
Föhnen bei sehr hohen Temperaturen kann das Haar verbrennen, es brüchig machen und so den Haarausfall beschleunigen. Der Schaden ist jedoch temporär und reversibel.
Haargel oder Haarsprays können Haarausfall beschleunigen
Wahr
Richtig angewendet, sollten Stylingprodukte nicht mit der Kopfhaut in Kontakt kommen, sondern nur auf das Haar (am besten auf die Spitzen). Leider verteilen sie sich mit der Zeit auf der Haut, verschließen die Follikelausgänge und verhärten den Haarschaft künstlich.
Genetik und hormonelle Faktoren verursachen den Großteil des Haarausfalls
Wahr
Die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern und Frauen wird durch eine androgenetische Stimulation der Haarfollikel verursacht. Verantwortlich ist die Anhäufung von Dihydrotestosteron (DHT), einem aktiven Androgen, das in die Follikelzellen eindringt und deren Stoffwechsel sowie Wachstum hemmt.
Der genetische Hintergrund der androgenetischen Alopezie ist noch nicht vollständig geklärt, aber zwei Enzyme, 5-α-Reduktase und Aromatase, spielen eine wichtige Rolle – letztere ist besonders bei Frauen mit Alopezie stark erhöht.
Tägliches Haarewaschen verursacht Haarausfall
Falsch
Viele glauben, dass tägliches Haarewaschen den Haarausfall verstärkt. Wenn du viele Haare im Abfluss siehst, waren diese meist schon vorher geschwächt und locker in den Follikeln.
Kurzrasieren stoppt Haarausfall
Falsch
Haare schneiden ist gesund, um beschädigtes oder altes Haar loszuwerden und das Haar besser aussehen zu lassen. Es gibt aber keinen kausalen Zusammenhang, dass Haare dadurch stärker werden oder Haarausfall gestoppt wird.
Schlechte Ernährung kann Haarausfall begünstigen
Wahr
Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor für gesundes Haar. Stress zusammen mit schlechter Ernährung sind die Hauptursachen für diffusen Haarausfall.
Steroide erhöhen das Risiko für Glatzenbildung
Wahr
Die Einnahme von anabolen-androgenen Steroiden stimuliert die Produktion von Dihydrotestosteron (DHT), das, wie oben erklärt, in die Follikelzellen eindringt und deren Stoffwechsel sowie Wachstum hemmt, was die Glatzenbildung beschleunigt.
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