Höher = langsamer?

Höher = langsamer?

Wenn wir den folgenden Beitrag verstehen, können wir Fragen beantworten wie: „Warum hebe ich das Gewicht langsamer als mein kleinerer Trainingspartner?“

In vielen Sportarten wie Basketball, Fußball oder Tennis sieht man oft, dass kleinere Spieler schneller sind als größere. Das lässt sich auch auf die Ausführungsgeschwindigkeit bei jedem Widerstandsübungen übertragen (Krafttraining, Crossfit, Gewichtheben…).

Muskeltypen

Wie ihr wisst und wir schon in anderen Beiträgen erwähnt haben (siehe Links am Ende des Absatzes), hängt die Geschwindigkeit der Nervenimpulsübertragung direkt vom Typ der beim Training aktivierten Muskelfasern ab.

Die extrafusalen Muskelfasern werden von Alphamotoneuronen innerviert, die eine Kontraktionsspannung mit Geschwindigkeiten von 60 m/s bis 120 m/s erzeugen, da diese Fasern stark myelinisiert sind.

Einfluss der Körpergröße

Man könnte denken, dass die Variation in der Körpergröße so gering ist, dass sie keine signifikante Auswirkung auf die Zeit hat, die der Nervenimpuls braucht, um die Muskelfaser zu kontrahieren, wegen der hohen Leitungsgeschwindigkeit. Eine Studie von Thakur et al. (2011) zeigte jedoch, dass größere Personen eine längere Nervenleitungszeit haben, da die motorischen Nerven eine größere Strecke zurücklegen müssen; allerdings fanden die Autoren keine Korrelation zwischen Körpergröße und sensorischem Aktionspotenzial.

Obwohl noch mehr experimentelle Daten nötig sind, um eine wissenschaftliche Schlussfolgerung zu ziehen, könnte das erklären, warum größere Personen normalerweise langsamer sind als kleinere. Der Unterschied ist minimal und kaum relevant in Sportarten, die nicht zeitabhängig sind (Bodybuilding, Gewichtheben oder Kugelstoßen), kann aber wichtig und entscheidend sein bei:

  • zeitkritischen Sportarten: Radsport, Leichtathletik, Schwimmen oder Crossfit
  • Sportarten mit Sprints, um zum gleichen Objekt zu gelangen: Fußball, Handball, Basketball, Rugby…

Achtung!, wir sagen „normalerweise“. Es gibt große Athleten, die ihre Impuls- und Schrittfrequenz perfekt anpassen können (Beispiel: Usain Bolt ist 1,95 m groß und alles andere als „langsam“)

Links zu Artikeln über Muskelfasern:

Quellen

  1. Misulis KE, Head TC. (2003). Nervenleitungsstudie und Elektromyographie. In „Essentials of Clinical Neurophysiology“ 3. Aufl. Pioli SF (Hrsg.). Butterworth-Heinemann. 987.
  2. Soudmand R, Ward LC, Swift T. (1982). Einfluss der Körpergröße auf die Nervenleitgeschwindigkeit. Neurology. 32: 407-410.
  3. Thakur, D. et al. (2011). Einfluss der Körpergröße auf die Nervenleitparameter der Gliedmaßen. Journal of Clinical and Diagnostic Research. 5(2):260-263
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Über Carlos Sánchez
Carlos Sánchez
Wir stellen dir unseren Autor Carlos Sánchez vor, diplomiert in Humanernährung und Diätetik. Seine Arbeit ist durch wissenschaftliche Erkenntnisse fundiert.
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