Der Maitake (Grifola frondosa) gehört aufgrund seiner hohen Konzentration an Beta-Glucanen zu den wissenschaftlich am besten untersuchten funktionellen Pilzen. Beta-Glucane sind bioaktive Polysaccharide, die derzeit Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten sind. Maitake wird seit Jahrhunderten in der traditionellen japanischen und chinesischen Medizin verwendet und ist heute Bestandteil zahlreicher Supplementierungsprotokolle im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung und eines gesunden Lebensstils.
In diesem Artikel schauen wir uns an, was die Forschung über Maitake sagt, welche Eigenschaften ihn auszeichnen, wie er üblicherweise eingenommen wird und worauf du bei der Wahl eines hochwertigen Supplements achten solltest.
Was ist Maitake?
Maitake ist ein Ständerpilz aus der Familie der Meripilaceae. Er wächst wild am Fuß von Eichen, Buchen und anderen Laubbäumen und bildet große Büschel, die mehrere Kilogramm schwer werden können.
Sein japanischer Name bedeutet wörtlich „tanzender Pilz“ – eine Bezeichnung, die auf den hohen Wert zurückgeht, der ihm traditionell beigemessen wurde.
Heute konzentriert sich das wissenschaftliche Interesse an Maitake vor allem auf seine Polysaccharide, insbesondere auf Beta-1,3- und Beta-1,6-Glucane.
Obwohl Maitake häufig der Gruppe der sogenannten Adaptogene zugeordnet wird, ist dabei eine wichtige Einordnung erforderlich:
Adaptogene sind natürliche Substanzen, die verschiedenen Forschungshypothesen zufolge mit der Fähigkeit des Körpers zusammenhängen könnten, sich an bestimmte physiologische Situationen anzupassen. Bei Maitake beruht diese Einordnung vor allem auf der laufenden Forschung zu seinen Polysacchariden.
Nährstoffzusammensetzung: die Bedeutung von Beta-Glucanen und der D-Fraktion
Einer der Aspekte, die Maitake von anderen Pilzen unterscheiden, ist sein hoher Gehalt an strukturellen Polysacchariden.
Beta-Glucane: die am besten untersuchten Verbindungen
Die in Maitake enthaltenen Beta-Glucane sind Polysaccharide, die hauptsächlich aus β-(1→3)-Bindungen mit β-(1→6)-Verzweigungen bestehen.
Diese Struktur ist besonders interessant, da in Laborstudien Wechselwirkungen mit verschiedenen Zellrezeptoren beobachtet wurden, darunter Dectin-1, CR3 und TLR-2.
Nicht alle Beta-Glucane weisen die gleiche Zusammensetzung auf: Kettenlänge, Verzweigungsgrad und Extraktionsverfahren bestimmen ihre Eigenschaften.
Die D-Fraktion: der bekannteste Maitake-Extrakt
Die sogenannte D-Fraktion ist ein hochgereinigter Beta-Glucan-Komplex, der durch Wasserextraktion gewonnen wird. Sie gehört zu den am intensivsten untersuchten Verbindungen des Maitake. Vor allem in In-vitro- und präklinischen Studien wurden Wechselwirkungen mit verschiedenen Zellpopulationen beobachtet (Makrophagen, dendritische Zellen, NK-Zellen und T-Lymphozyten).
Was sagt die Forschung über Maitake?
Die wissenschaftliche Forschung zu Maitake entwickelt sich stetig weiter und umfasst verschiedene Forschungsbereiche.
Immunsystem
Das Immunsystem ist ein komplexes System, das ein sensibles inneres Gleichgewicht aufrechterhält.
Die Beta-Glucane aus Maitake gehören zu den Verbindungen, die im Zusammenhang mit diesem Gleichgewicht besonders intensiv untersucht werden. In Laborstudien wurde ihre Interaktion mit Makrophagen, NK-Zellen und bestimmten Zellmarkern beobachtet.
Glukosestoffwechsel
Ein Forschungsgebiet, das in den letzten Jahren zunehmend untersucht wird, befasst sich mit beta-glucanreichen Extrakten und ihrem Zusammenhang mit dem Kohlenhydratstoffwechsel. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Forschungsrichtung mit unterschiedlichen Ergebnissen je nach Art des Extrakts und verwendeter Methodik. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich daraus keine Schlussfolgerungen ableiten, die auf die Einnahme als Supplement übertragbar wären.
Weitere bioaktive Verbindungen
Neben Beta-Glucanen enthält Maitake weitere ernährungsphysiologisch interessante Verbindungen wie natürliche Antioxidantien, die ebenfalls Gegenstand der aktuellen Forschung zu diesem Pilz sind.
Wie nimmt man Maitake ein?
Die Dosierung hängt vor allem von der Art des verwendeten Extrakts und seiner Beta-Glucan-Konzentration ab. Bei standardisierten Supplements wird üblicherweise eine tägliche Einnahmemenge von 500 bis 1000 mg Extrakt verwendet, abhängig von den Herstellerangaben und der Konzentration des Produkts. Eine kontinuierliche Einnahme über mehrere Wochen wird empfohlen. Bei Fragen solltest du dich an medizinisches Fachpersonal wenden.
Kriterien für die Wahl eines hochwertigen Maitake-Supplements
Die Zusammensetzung eines Supplements hängt maßgeblich von der Herkunft des Rohstoffs ab.
Fruchtkörper vs. Myzel auf Getreide
Einer der wichtigsten Aspekte ist die Herkunft des Extrakts. Supplements aus dem Fruchtkörper weisen in der Regel eine höhere Konzentration an Beta-Glucanen auf.
Viele Produkte aus Myzel, das auf Reis oder Hafer kultiviert wurde, enthalten dagegen größere Mengen an Stärke aus dem Kultursubstrat. Dadurch fällt die tatsächliche Beta-Glucan-Konzentration im Verhältnis zum Gesamtgewicht des Extrakts geringer aus.
Daher lohnt es sich, auf dem Etikett den tatsächlichen Beta-Glucan-Anteil und die Herkunft des Extrakts (Fruchtkörper oder Myzel) zu überprüfen.
Standardisierungsgrad der Wirkstoffe
Durch eine Standardisierung lässt sich die tatsächliche Zusammensetzung des Produkts besser nachvollziehen. Auf dem Etikett eines Supplements sollten folgende Angaben klar ausgewiesen sein:
- Beta-Glucan-Anteil.
- Extraktionsverfahren.
- Verhältnis von Extrakt zu Rohstoff.
- Botanische Bezeichnung (Grifola frondosa).
Häufig gestellte Fragen zu Maitake (FAQ)
Wie lange sollte Maitake eingenommen werden?
Das hängt vom Ziel der Supplementierung und von der jeweiligen Person ab. In den verfügbaren Studien zu Immunität und Stoffwechsel liegen die untersuchten Einnahmezeiträume meist zwischen 4 und 12 Wochen kontinuierlicher Anwendung. Wie bei anderen funktionellen Pilzen ist eine regelmäßige Einnahme empfehlenswert.
Kann Maitake mit Reishi kombiniert werden?
Ja. Die Kombination aus Maitake und Reishi gehört sogar zu den gängigsten Kombinationen in der Mykotherapie.
Während Maitake vor allem durch seinen hohen Beta-Glucan-Gehalt hervorsticht, liefert Reishi Triterpene und weitere Verbindungen, die im Rahmen der Forschung zum allgemeinen Wohlbefinden von Interesse sind.
Hat Maitake Nebenwirkungen und/oder Kontraindikationen?
Maitake weist bei Einnahme in den empfohlenen Mengen ein günstiges Sicherheitsprofil auf. Dennoch ist Vorsicht geboten und eine vorherige ärztliche Rücksprache empfehlenswert, wenn du:
- Antidiabetika einnimmst, da mögliche Wechselwirkungen bestehen.
- mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern behandelt wirst.
- in Kürze operiert wirst.
- schwanger bist oder stillst, da hierzu keine ausreichende Evidenz vorliegt.
Fazit
Maitake (Grifola frondosa) hat sich dank seiner hohen Konzentration an Beta-Glucanen und anderen bioaktiven Verbindungen als einer der wissenschaftlich interessantesten funktionellen Pilze etabliert.
Die aktuelle Forschung untersucht weiterhin seine mögliche Rolle in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Lebensstils.
Für ein hochwertiges Produkt solltest du Supplements wählen, die aus dem Fruchtkörper hergestellt, korrekt auf ihren Beta-Glucan-Gehalt standardisiert und Qualitätskontrollen unterzogen wurden, die ihre Reinheit gewährleisten.
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