Die Teufelskralle, auch bekannt als Harpagophytum, ist eine Pflanze, die traditionell zur Unterstützung des Gelenkwohlbefindens, bei leichten Beschwerden des Bewegungsapparates und zur Förderung der Verdauung eingesetzt wird. Ihre Wurzel enthält bioaktive Verbindungen, insbesondere Harpagoside, die aufgrund ihrer möglichen Rolle bei der Modulation von Entzündungsprozessen und der Unterstützung des Gelenkkomforts großes Interesse geweckt haben.
In diesem Artikel betrachten wir, was Harpagophytum ist, welche wichtigsten Inhaltsstoffe es enthält, wie es üblicherweise verwendet wird, was die derzeit verfügbare wissenschaftliche Evidenz aussagt und welche Vorsichtsmaßnahmen vor der Einnahme berücksichtigt werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist Harpagophytum oder Teufelskralle?
- 2 Eigenschaften der Teufelskralle
- 3 Mögliche Vorteile der Teufelskralle
- 4 Wie wirkt die Teufelskralle?
- 5 Wie wird Teufelskralle eingenommen?
- 6 Extraktqualität: Worauf sollte man achten?
- 7 Teufelskralle vs. andere natürliche Entzündungshemmer
- 8 Nebenwirkungen der Teufelskralle
- 9 Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
- 10 Häufig gestellte Fragen zur Teufelskralle
- 11 Fazit
Was ist Harpagophytum oder Teufelskralle?
Harpagophytum, mit dem wissenschaftlichen Namen Harpagophytum procumbens, ist eine krautige Pflanze, die im südlichen Afrika beheimatet ist, insbesondere in Regionen nahe der Kalahari-Wüste.
Der gebräuchliche Name „Teufelskralle“ leitet sich von der Form ihrer Früchte ab, die hakenförmige Auswüchse besitzen. Für phytotherapeutische Zwecke wird jedoch traditionell nicht die Frucht verwendet, sondern die sekundären Speicherwurzeln, in denen sich die wichtigsten aktiven Inhaltsstoffe konzentrieren.
Wirkstoffe der Teufelskralle
Die Zusammensetzung der Teufelskralle ist komplex, und ihre Wirkung beruht nicht auf einem einzelnen Inhaltsstoff. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:
- Harpagoside: Iridoidglykoside, die als wichtigste Qualitätsmarker von Teufelskrallenextrakten gelten.
- Flavonoide: wie Luteolin und Kaempferol, die mit antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.
- Phenolsäuren und andere Phytonährstoffe: Verbindungen, die zum Gesamtprofil der Pflanze beitragen können.
Bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels ist es wichtig zu prüfen, ob es sich um gemahlene Wurzel oder um einen standardisierten Trockenextrakt handelt, da die Konzentration der aktiven Inhaltsstoffe erheblich variieren kann.
Eigenschaften der Teufelskralle
Unterstützung des Gelenkwohlbefindens
Die Teufelskralle wird traditionell eingesetzt, um das Wohlbefinden der Gelenke zu fördern und leichte Gelenkbeschwerden zu lindern. Die Europäische Arzneimittel-Agentur erkennt ihre traditionelle Anwendung zur Linderung leichter Gelenkschmerzen an, basierend auf ihrer langjährigen Verwendung in der Pflanzenheilkunde.
Muskel- und Rückenkomfort
Einige klinische Studien haben Präparate aus Harpagophytum procumbens bei unspezifischen Rückenschmerzen im Lendenbereich untersucht. Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, sollten die verfügbaren Daten mit Vorsicht interpretiert werden und ersetzen keine medizinische Abklärung bei anhaltenden, starken oder einschränkenden Schmerzen.
Antioxidative Aktivität
Die Teufelskralle enthält pflanzliche Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften, die dazu beitragen können, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Dieser Effekt ist Teil des allgemeinen Interesses an der Pflanze im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat.
Traditionelle Unterstützung der Verdauung
Aufgrund ihres Gehalts an Bitterstoffen wird die Teufelskralle traditionell auch zur Unterstützung der Verdauung und zur Anregung des Appetits bei vorübergehendem Appetitverlust verwendet.

Mögliche Vorteile der Teufelskralle
Die bekannteste Anwendung der Teufelskralle steht im Zusammenhang mit dem Gelenkwohlbefinden. Sie kann eine unterstützende Option für Menschen sein, die ihre Gelenke pflegen möchten, insbesondere bei Steifheit oder leichten bewegungsbedingten Beschwerden.
Arthrose und Gelenkverschleiß
Einige Studien haben den Einsatz von Teufelskrallenextrakten bei Menschen mit Arthrose untersucht. Die Ergebnisse deuten auf eine mögliche Verbesserung von Schmerzen und Beweglichkeit in bestimmten Fällen hin. Es sind jedoch weitere hochwertige Studien erforderlich, um die Wirksamkeit genauer zu bestätigen und mit anderen Optionen zu vergleichen.
Unspezifische Rückenschmerzen
Klinische Übersichtsarbeiten haben die Teufelskralle bei unspezifischen Rückenschmerzen untersucht. Einige standardisierte Präparate zeigten kurzfristige Vorteile gegenüber Placebo, wobei die Qualität der Evidenz höchstens als moderat eingestuft wird.
Regeneration bei aktiven Menschen
Bei körperlich aktiven Menschen kann die Teufelskralle als Ergänzung innerhalb einer umfassenden Regenerationsstrategie interessant sein, die ausreichend Erholung, eine ausgewogene Ernährung, Hydration und eine angemessene Trainingsplanung umfasst.
Wie wirkt die Teufelskralle?
Die Wirkmechanismen der Teufelskralle sind noch nicht vollständig geklärt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ihre Extrakte verschiedene an Entzündungsprozessen beteiligte Signalwege beeinflussen können, darunter proinflammatorische Zytokine und Enzyme, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind.
Dennoch sollte ihre Wirkung nicht vereinfacht mit der eines entzündungshemmenden Arzneimittels gleichgesetzt werden. Die Teufelskralle ist eine Pflanze mit zahlreichen Inhaltsstoffen, deren Wirkung wahrscheinlich auf dem Zusammenspiel mehrerer Mechanismen beruht.
Wie lange dauert es, bis eine Wirkung spürbar wird?
Die Teufelskralle wirkt in der Regel nicht wie ein sofortiges Schmerzmittel. In Studien und in der traditionellen Anwendung zeigen sich mögliche Vorteile gewöhnlich erst nach einer regelmäßigen Einnahme über mehrere Wochen. Als Orientierung gilt, dass manche Personen Veränderungen nach etwa 2 bis 4 Wochen bemerken können, wobei die individuelle Reaktion unterschiedlich ausfallen kann.
Wie wird Teufelskralle eingenommen?
Kapseln oder Tabletten
Kapseln und Tabletten sind aufgrund ihrer einfachen Anwendung und präzisen Dosierung die am häufigsten verwendeten Darreichungsformen. Sie ermöglichen eine bessere Kontrolle der aufgenommenen Menge, insbesondere bei standardisierten Trockenextrakten mit definiertem Harpagosidgehalt.
Flüssigextrakte
Flüssigextrakte oder Tinkturen ermöglichen eine flexible Dosierung, haben jedoch meist einen bitteren Geschmack. Einige Produkte enthalten Alkohol und sind daher nicht für alle Personen geeignet.
Aufgüsse oder Abkochungen
Die Teufelskrallenwurzel kann auch als Aufguss oder Abkochung zubereitet werden. Dies ist eine traditionelle Verzehrform, hat jedoch den Nachteil, dass die genaue Menge der aufgenommenen Wirkstoffe schwerer zu bestimmen ist.
Orientierende Dosierung
Die Dosierung hängt von der Art des Präparats, der Konzentration des Extrakts und dem Harpagosidgehalt ab. In Nahrungsergänzungsmitteln finden sich häufig Trockenextraktdosen von etwa 400–800 mg pro Tag, wobei stets die Empfehlungen des Herstellers oder eines Gesundheitsfachmanns beachtet werden sollten.
Als Qualitätsreferenz führt das Europäische Arzneibuch Teufelskrallenextrakte mit einem Mindestgehalt an Harpagosiden. Beim Vergleich verschiedener Produkte sollten daher sowohl die Gesamtmenge des Extrakts als auch der Standardisierungsgrad berücksichtigt werden.

Extraktqualität: Worauf sollte man achten?
Nicht alle Teufelskrallenprodukte sind gleich. Zur Beurteilung der Qualität sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Verwendeter Pflanzenteil: vorzugsweise die sekundäre Speicherwurzel.
- Art des Inhaltsstoffs: gemahlene Wurzel oder Trockenextrakt.
- Standardisierung: Prozentsatz oder Menge an Harpagosiden pro Tagesdosis.
- Tatsächliche Tagesdosis: nicht nur die Menge pro Kapsel, sondern die insgesamt empfohlene Tagesmenge.
- Transparente Kennzeichnung: klare Angaben zu Konzentration, Anwendung und Warnhinweisen.
Ein standardisierter Extrakt ermöglicht eine bessere Kontrolle über die aufgenommene Menge an aktiven Inhaltsstoffen als eine nicht standardisierte Wurzelpulverzubereitung.
Teufelskralle vs. andere natürliche Entzündungshemmer
| Inhaltsstoff | Typische Anwendung | Wichtige Verbindungen | Wann kann es interessant sein? |
|---|---|---|---|
| Teufelskralle | Gelenkwohlbefinden und leichte Beschwerden des Bewegungsapparates | Harpagoside | Gelenkkomfort, Steifheit und leichte Rückenschmerzen |
| Kurkuma | Antioxidative Unterstützung und niedriggradige Entzündungen | Curcuminoide | Allgemeines Wohlbefinden, Zellgesundheit und antioxidative Unterstützung |
| Ingwer | Verdauung, Übelkeit und Muskelkomfort | Gingerole | Schwere Verdauung, Übelkeit oder leichte Muskelbeschwerden |
Können sie kombiniert werden?
In einigen Nahrungsergänzungsmitteln werden Teufelskralle, Kurkuma, Ingwer, Kollagen, Glucosamin oder Chondroitin miteinander kombiniert. Solche Kombinationen können im Rahmen einer umfassenden Strategie zur Gelenkpflege sinnvoll sein. Dabei sollten jedoch Dosierungen, Verdauungsverträglichkeit und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
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Nebenwirkungen der Teufelskralle
Die Teufelskralle wird bei Einhaltung der empfohlenen Dosierungen im Allgemeinen gut vertragen. Dennoch können bei manchen Personen Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören:
- Verdauungsbeschwerden.
- Sodbrennen oder ein Gefühl von Magenreizungen.
- Leichte Übelkeit.
- Gelegentlich Durchfall.
Sollte eine unerwartete Reaktion auftreten, wird empfohlen, die Einnahme abzubrechen und einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft zu konsultieren.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung von Teufelskralle wird während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, sofern sie nicht ausdrücklich von einer medizinischen Fachkraft angeraten wird, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.
- Magen-Darm-Erkrankungen: Personen mit Magengeschwüren, aktiver Gastritis, ausgeprägtem gastroösophagealem Reflux oder anderen relevanten Verdauungsproblemen sollten vor der Einnahme von Teufelskralle ärztlichen Rat einholen, da ihre Bitterstoffe die Magensaftsekretion erhöhen können.
- Gallensteine oder Erkrankungen der Gallenblase: Aufgrund ihrer möglichen Wirkung auf die Gallensekretion sollten Personen mit Gallensteinen, Gallengangsverschluss oder Erkrankungen der Gallenblase die Anwendung vermeiden, sofern sie nicht von einer Fachkraft empfohlen wird.
Vor der Einnahme von Teufelskralle sollte eine medizinische Fachkraft konsultiert werden, wenn folgende Medikamente verwendet werden:
- Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmer: aufgrund eines möglicherweise erhöhten Blutungsrisikos.
- Antidiabetika: aufgrund eines möglichen Einflusses auf die Blutzuckerkontrolle.
- Blutdrucksenkende oder herz-kreislaufwirksame Medikamente: als Vorsichtsmaßnahme bei Personen mit bestehenden Erkrankungen.
- Entzündungshemmende Medikamente oder Schmerzmittel zur Langzeitanwendung: um unerwünschte Wechselwirkungen oder doppelte Wirkungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zur Teufelskralle
Wofür wird Teufelskralle verwendet?
Teufelskralle wird traditionell eingesetzt, um das Gelenkwohlbefinden zu unterstützen, leichte Gelenkbeschwerden zu lindern und den Bewegungsapparat zu fördern. Darüber hinaus wird sie traditionell zur Unterstützung der Verdauung und zur vorübergehenden Appetitanregung verwendet.
Hilft Teufelskralle bei Arthrose?
Einige Studien haben Teufelskrallenpräparate bei Menschen mit Arthrose untersucht und mögliche Verbesserungen hinsichtlich Schmerzen und Funktionalität festgestellt. Dennoch sollte sie nicht als Ersatz für medizinische Behandlungen betrachtet werden, und bei diagnostizierter Arthrose ist die Rücksprache mit einer medizinischen Fachkraft empfehlenswert.
Wie lange kann man Teufelskralle einnehmen?
Die Einnahmedauer hängt vom jeweiligen Produkt und dem Anwendungsziel ab. Viele Anwendungsprotokolle erstrecken sich über mehrere Wochen. Bei längerer Anwendung, insbesondere über einen Zeitraum von mehr als 2–3 Monaten, wird die Rücksprache mit einer medizinischen Fachkraft empfohlen.
Hat Teufelskralle Nebenwirkungen?
Bei empfindlichen Personen können Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall auftreten. Zudem kann sie für Personen mit Magengeschwüren, starkem Reflux, Gallenwegserkrankungen oder bestimmten medikamentösen Behandlungen ungeeignet sein.
Kann man Teufelskralle zusammen mit Kollagen einnehmen?
Die Kombination mit Kollagen ist grundsätzlich möglich, sofern keine individuellen Gegenanzeigen bestehen. Kollagen dient vor allem der Versorgung mit strukturellen Peptiden und Aminosäuren, während Teufelskralle hauptsächlich zur Unterstützung des Gelenkkomforts eingesetzt wird.
Ist Teufelskralle oder Kurkuma besser?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Teufelskralle kann besonders interessant sein, wenn der Fokus auf dem Gelenkkomfort liegt, während Kurkuma häufig wegen seiner antioxidativen Eigenschaften und zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens gewählt wird. In manchen Fällen können beide kombiniert werden.
Können Sportler Teufelskralle einnehmen?
Teufelskralle kann eine unterstützende Option für aktive Menschen sein, die ihre Gelenke pflegen und die Regeneration fördern möchten. Sie sollte jedoch Teil einer umfassenden Strategie sein, die ausreichende Erholung, eine ausgewogene Ernährung und eine sinnvolle Trainingsplanung umfasst.
Fazit
Die Teufelskralle oder Harpagophytum ist eine Pflanze mit einer langen Tradition in der Unterstützung der Gelenk- und Verdauungsgesundheit. Ihre Wurzel enthält Harpagoside und weitere bioaktive Verbindungen, die hinsichtlich ihrer möglichen Rolle für den Bewegungsapparat untersucht wurden.
Obwohl die bisher verfügbaren Daten in Bereichen wie leichten Gelenkbeschwerden, Arthrose und unspezifischen Rückenschmerzen vielversprechend sind, sollten die potenziellen Vorteile mit Vorsicht bewertet werden. Die Qualität des Extrakts, die Standardisierung auf Harpagoside, die Dosierung und die regelmäßige Einnahme sind entscheidende Faktoren.
Literatur
- European Medicines Agency. European Union herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix.
- European Medicines Agency. Assessment report on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix.
- Cochrane. Herbal medicine for low-back pain.
- Gagnier JJ, van Tulder M, Berman B, Bombardier C. Herbal medicine for low back pain: a Cochrane review.
- Brien S, Lewith GT, McGregor G. Devil’s Claw (Harpagophytum procumbens) as a treatment for osteoarthritis: a review of efficacy and safety.
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